Call for papers für die erste Ausgabe der Onlinezeitschrift

Revista Épicas zum Thema „Der Ruf des Epos“

 

Die Ausgabe wir koordiniert von:

Charlotte Krauss (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg)

Christina Ramalho (Universidade Federal de Sergipe)

 

Dieser Call for papers für die erste Ausgabe der Zeitschrift Revista Épicas geht aus von dem Befund, dass es sowohl in der Forschung als auch in der Kunst eine Vielzahl von Ansichten des Epos und des Epischen gibt. Um nur einige grundlegende Sichtweisen zu nennen: Das Epos wird als lebendige literarische Gattung verstanden (siehe beispielsweise das Entstehen epischer Gedichte seit der Neuzeit bzw. gar einige aktuelle literarische Produktionen in verschiedenen Teilen der Welt). Daneben lässt sich die Existenz einer oralen epischen Tradition feststellen, die in manchen Ländern durchaus weiterhin tradiert wird. Und schließlich gilt es, die großen epischen Texte der Literaturgeschichte zu berücksichtigen, die weiterhin inszeniert werden (im Theater, aber auch im Film, in Form literarischer Adaptation, als Comic…), gelesen werden und Unterrichtsthema bleiben.

 

Die Feststellung dieser Realität hat in den letzten Jahren eine große Anzahl von Forscherinnen und Forschern in der ganzen Welt dazu bewegt, sich (wieder) für epische Fragestellungen zu interessieren. Angesichts der verschiedenen Auffassungen des Epos bzw. allgemeiner des Epischen ist die Koexistenz von stark divergierenden theoretischen Ansätzen wenig erstaunlich.  Das CIMEEP (Centro Internacional e Multidisciplinar de Estudos Épicos), ein im Jahr 2013 gegründetes und von der Universidade Federal de Sergipe (Brasilien) koordiniertes Forschungsnetzwerk, hat den Dialog verschiedener Ansätze und Disziplinen, etwa der Literatur-, Kultur- und Geschichtswissenschaften, der Anthropologie usw. zum Ziel. In der ersten Ausgabe seiner Zeitschrift möchte es folgende grundlegende Fragen stellen:

 

1. Wie lässt sich das Epos oder das Epische beschreiben oder definieren, wenn das literarische und künstlerische Schaffen aller Kulturen und aller Epochen berücksichtigt werden sollen?

 

2. Welche Theorien könnten es ermöglichen, wirklich alle Formen des Epischen auch in vergleichender Perspektive zu analysieren, einschließlich der künstlerischen Adaptation?

 

3. Bezüglich der Definition literarischer Gattungen, lässt sich das Epos als eine eigene literarische Gattung beschreiben?  Oder ist vielleicht das Epische vielmehr ein von jeglicher literarischer Gattung unabhängiges Merkmal – ließe es sich also in erzählerischer, poetischer und sogar dramatischer Form wiederfinden?

 

Wir möchten in dieser ersten Ausgabe der Zeitschrift Revista Épicas der theoretischen Diskussion Raum geben. Beiträge (bis zu 40 000 Zeichen Leerzeichen und Fußnoten inbegriffen) können eine oder mehrere der drei Fragen betreffen und sich dabei entweder auf Werke oder theoretische Schriften aller Epochen und aller Kulturen beziehen. Desweiteren freuen wir uns über innovative und zu aussagekräftigen theoretischen  Vorschlägen führende Analysen konkreter Beispiele aus einer oder mehrerer Kulturen und/oder Epochen. 

 

Artikel können in einer der Sprachen des CIMEEP verfasst werden. Einsendeschluss ist der 31. August 2015 (an: revistaepicas@hotmail.com). Bitte berücksichtigen Sie die formalen Angaben der Zeitschrift, die Sie auf folgender Internetseite finden: www.revistaepicas.com.

 

Die Information über die Annahme der Artikel erfolgt für alle Autoren bis zum 15. April 2016. Die Publikation ist für den 30. Juni 2016 geplant.